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MES gemeinsam mit BI ermöglicht organisationsübergreifende Auswertungen

Welches Tool für welche Auswertung? Es gibt eine Vielzahl an Programmen zur Datenauswertung. Viele Produktionsunternehmen nutzen neben einem Manufacturing Execution System (MES) auch ein Business Intelligence (BI) Tool. Während ein MES wie FASTEC 4 PRO ein digitales Abbild der Produktion zur Verfügung stellt und die Überwachung der Produktionsprozesse in Echtzeit ermöglicht, können Unternehmen mit einem BI-Tool organisationsübergreifend Daten aufbereiten, managen sowie visualisieren. Beide können optimal gemeinsam genutzt werden.

Wertvolle Daten aus MES ermöglichen sinnvolle Nutzung von BI-Tool

Wenn Produktionsunternehmen mit ihrem MES bereits alle Möglichkeiten ausgeschöpft haben, sich noch mehr Daten wünschen und weitere Auswertungen durchführen möchten, lohnt sich die Einführung eines BI-Tools. Damit können sie tiefergehende sowie organisationsübergreifende Erkenntnisse gewinnen und zusätzliche Bereiche in die Auswertung mit einbeziehen. Sinnvoll eingesetzt, haben sowohl das MES als auch das BI-Tool ihre Daseinsberechtigung. Voraussetzung dafür ist: Ein BI-Tool benötigt qualitativ hochwertige Daten. Diese erhält es aus einem Enterprise Resource Planning (ERP), einem MES und ggf. weiteren Drittsystemen und werden zur Erstellung von Dashboards zur Auswertung hinzugezogen. Wenn Unternehmen ein BI-Tool einführen möchten, sollten sie daher im ersten Schritt über eine solide Datenbasis verfügen. 

Vielen Unternehmen liegen täglich eine große Menge an Daten vor. Diese sollen einen Mehrwert bieten und daher auswertbar und für Mitarbeitende verständlich aufbereitet sein. Nur so können sie mit ihnen arbeiten und sie erfolgreich analysieren. 

Lars Knitter, Head of Sales & Marketing, Prokurist bei FASTEC

Viele Tools, ein Ziel: hochwertige Daten als Entscheidungsgrundlage

Ein MES wie FASTEC 4 PRO übernimmt Aufgaben im Bereich Datenerfassung. Mit ihm können Maschinen- und Betriebsdaten in einem Unternehmen zum Zweck der Optimierung der Produktion digital erhoben werden. Darunter sind Informationen über Durchlaufzeiten, Maschinenzustände, Störgründe und Dauer. Die Auswertung dieser Daten gibt Aufschluss über Fehlerpotenziale im Produktionsprozess und öffnet die Möglichkeit, Störungen in Echtzeit zu erkennen sowie langfristig gezielt Optimierungen vorzunehmen. Was früher händisch auf Papier und in Excel-Dateien notiert wurde, lässt sich so automatisch erfassen – eine Zeitersparnis für die Mitarbeitenden und eine Steigerung der Transparenz im gesamten Unternehmen. Ein MES eignet sich auch für kurzfristige Auswertungen und wird vor allem im operativen Geschäft eingesetzt.

Ein ERP beinhaltet alle Stammdaten der Fertigungsaufträge. Darunter fallen Auftragsdaten, Artikeldaten, die dafür benötigten Materialien sowie zugrundeliegende Logistikprozesse. Diese bilden die Basis der digitalen Steuerung und Kontrolle der Produktion. In Kombination mit den Stammdaten aus dem ERP kann ein MES Aufträge auf dem Shopfloor ausführen und Prozesse digital steuern. Die erfassten Produktionsdaten werden aus dem MES in das ERP zurückgeschrieben und können mit Fertigungsaufträgen verknüpft werden, um exakte Nachkalkulationen zu ermöglichen.

Ein MES ist auch für Mitarbeitende ohne IT-Hintergrund leicht zu bedienen. Daher adressiert es vor allem Schicht- und Produktionsleiter. Ein BI-Tool nutzt vor allem die Management-Ebene. Es hilft Unternehmen dabei, fundierte Entscheidungen zu treffen. In einem BI-Tool werden Daten aus verschiedensten Quellen ausgewertet, analysiert, visualisiert und miteinander in Bezug gesetzt. Es ist eher für eine langfristige Auswertung gedacht und wird strategisch eingesetzt. Tendenziell werden größere Datenmengen verarbeitet und für den Aufbau ist IT-Know-how erforderlich. Zu den bekanntesten BI-Tools zählen unter anderem Power BI von Microsoft, SAP Business Objects oder Qlikview. Mögliche Ziele der Nutzung sind der Ausgleich fehlender Auswertungen, die Messbarmachung von Prozessen und die Analyse der Produktionsplanung. BI macht Wechselbeziehungen zwischen unterschiedlichen Bereichen des Unternehmens transparenter und ermöglicht damit den Vergleich von Prozessen an verschiedenen Standorten. 

Wie gelingt die optimale Nutzung von MES und BI?

Die Herausforderung der Nutzung mehrerer Tools liegt meist darin, jedes einzelne sinnvoll einzusetzen. Das bedeutet: Die Tools sollen sich gegenseitig ergänzen, wichtige Erkenntnisse liefern und im Arbeitsalltag Grundlagen für Entscheidungen bieten.

Ein MES wie FASTEC 4 PRO hat die Aufgabe, die Daten aus der Produktion logisch korrekt zu erfassen. Daher ist eine Auswertung nur über ein BI-Tool nicht sinnvoll. FASTEC 4 PRO besitzt eine Schnittstelle, den BI-Connector, zur Datenauswertung in Power BI von Microsoft. Dadurch können Daten aus verschiedenen Datenquellen, beispielsweise Echtzeitdaten im BI-Tool mit Daten aus Drittsystemen (bspw. ERP) in Beziehung gesetzt und gemeinsam ausgewertet werden. Werksübergreifende Prozesse werden so messbar und damit vergleichbar gemacht. Die BI-Lösung extrahiert Fakten und transformiert Daten in aussagekräftige und verlässliche Informationen. Auch können Standardberechnungen, wie die Overall Equipment Effectiveness (OEE), Ausfallzeiten oder Fehlerquoten aus dem MES importiert werden.

Durch die Nutzung können Mitarbeitende Ansichten und Berichte flexibel zusammenstellen, sodass sie visuell für jeden Bereich die passenden Informationen verständlich transportieren. Durch die transparente Darstellung von Daten sind Ergebnisse, Prozesse oder Entwicklungstrends intuitiv verständlich. Berichte werden basierend auf aktuellen Datensätzen erstellt: Datenerfassung, Datenaggregierung und -analyse sind in Echtzeit möglich und können ebenso mit historischen Daten verglichen werden. BI liefert Auswertungen zu Key Performance Indicator (KPI) – darunter werden Kennzahlen zum Erfolg, der Leistung oder Auslastung eines Unternehmen, der einzelnen organisatorischen Einheiten oder einer Maschine verstanden. Es sind nahezu unendlich viele strategische KPIs für die Entscheidungsfindung möglich, da neben den gängigen auch individuelle flexibel in der Software erstellt werden können. 

Durch die Integration verschiedener Datenquellen können Unternehmen Zusammenhänge besser verstehen und wichtige Erkenntnisse gewinnen. 

Lars Knitter, Head of Sales & Marketing, Prokurist bei FASTEC

Als Beispiel können Unternehmen die Verpackungsmaterialien unterschiedlicher Hersteller mit dem OEE im Produktionsprozess korrelieren lassen. So wird deutlich, ob es einen Zusammenhang von schlechter, nicht qualitativer Verpackung mit den Störungen in der Produktion gibt. Als Folge können Unternehmen auf dieser Basis die richtigen Materialien wählen und so die Effizienz der Produktion steigern. 

MEDICE nutzt erfolgreich FASTEC 4 PRO gemeinsam mit Power BI

Die MEDICE Arzneimittel Pütter GmbH & Co. KG arbeitet seit vielen Jahren mit der Software-Lösung FASTEC 4 PRO. Im Stammsitz in Iserlohn entwickeln, produzieren und prüfen die Mitarbeitenden Arzneimittel und Medizinprodukte. Durch transparente Datenerfassung, Auswertung und Implementierung von Optimierungsmaßnahmen konnte MEDICE die OEE allein in der Konfektionierung um 10 Prozent steigern.

Die Produktionsplanung und -steuerung (PPS) des Unternehmens erarbeitet im Rahmen der Operational Excellence basierend auf Datenauswertungen möglichst genaue Planzeiten. Zusätzlich identifiziert sie Störquellen oder Schwachstellen im Produktionsablauf, um Optimierungsmaßnahmen vorzunehmen. Dafür wird vor allem die OEE-/Pivot-Auswertung genutzt, in welcher Daten flexibel und übersichtlich zusammengestellt werden können. Zusätzlich findet auch eine Auswertung über das BI-Tool Power BI statt. Über eine Schnittstelle lässt sich dieses an FASTEC 4 PRO anbinden, um die Daten aus dem Shopfloor zu übertragen. 

Power BI bietet umfassende Auswertungs- und Darstellungsmöglichkeiten der Daten aus FASTEC 4 PRO, welche besonders auch für die Führungsebene relevant sind, da sie eine optimale Basis für Investitionsentscheidungen abbilden. 

Lars Knitter, Head of Sales & Marketing, Prokurist bei FASTEC

Zudem dient das von MEDICE selbst zusammengestellte Management-Dashboard der Abstimmung zwischen Produktionsleitung und den einzelnen Bereichsleitungen. Die Zahlen werden gemeinsam besprochen und Schlussfolgerungen sowie Maßnahmen daraus abgeleitet. MEDICE visualisiert in Power BI anhand der Datenbasis aus FASTEC 4 PRO eine Reihe von Kennzahlen und Auswertungen. So werden beispielsweise Vergleiche zum Vorjahr angestellt und geplante Produktionszeiten auch im Hinblick auf Rüstzeiten mit der tatsächlich benötigten Zeit verglichen. Zustandsauswertungen sowie Rüstquoten werden analysiert, um zu identifizieren, worauf die einzelnen Ausfälle und Stillstände zurückzuführen sind. Auch Auswertungen auf Produktebene sind möglich. Die Entwicklung des OEE wird ebenso auf Jahres- und Monatsebene betrachtet, um Tendenzen zu erkennen und über Optimierungsmaßnahmen eine kontinuierliche Verbesserung initiieren zu können. 

MES und BI: gemeinsam Schwachstellen identifizieren

Zusammenfassend wird deutlich: Durch Visualisierungen werden für den Produktionsprozess kritische Informationen greifbar dargestellt. Die benötigten Daten liefert ein MES, also eine digitale Datenerfassung. Es erfasst Daten in Echtzeit und ermöglicht die Berechnung individueller sowie standardisierter KPIs. Über Schnittstellen können Unternehmen diese in BI-Tools wie Power BI visualisieren. BI-Tools bieten den Vorteil, dass dort Daten aus mehreren Systemen zusammengeführt und gemeinsam analysiert werden können. Dadurch werden bisher unbekannte Relationen im Produktionsprozess sichtbar und Unternehmen können Schwachstellen identifizieren. Zudem können Mitarbeitende in Echtzeit auf Abweichungen reagieren, was langfristig zur Reduktion von Ausschuss und Kosten führt sowie Ressourcen schont. 

Weiterführende Informationen:

Autor: Alexandra Hain

PR & Content Specialist
Seit 2019 Erfahrung in der B2B-Kommunikation und zielgruppenspezifischer Texterstellung im Print- und Onlinebereich.

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