Auf dem Weg zur offenen Datenplattform für die Produktion

16. Februar 2018
Susanna Hinrichsen-Deicke
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In der neusten Ausgabe (1/18) befasst sich das Fachmagazin „Digital Manufacturing“ umfassend mit offenen Datenplattformen für die Produktion. Dabei stellt das Magazin die Position von MES-Lösungen als Planungsinstrument und Datendrehscheibe auf den Prüfstand.

Vor allem die mit Industrie 4.0 einhergehenden Entwicklungen, wie z. B. IoT-Systeme und offene Plattformansätze, inspiriert durch den App-Gedanken der Consumer-Welt, verändern laut dem Fachmagazin die Rolle der Manufacturing Execution Systeme. Doch ist dies wirklich der Fall? Wie wird die Lage von MES-Unternehmen eingeschätzt und wie planen diese entsprechend zu reagieren?

Innerhalb eines Experteninterviews bezieht auch unser Geschäftsführer Dr. Karl-Heinz Gerdes zu diesem Thema Stellung. Haben Sie hier einen Einblick auf die Fragen des Magazins und die Antworten unseres Experten:

MES-Lösungen spielen im Kontext von Industrie 4.0 eine wichtige Rolle. Wie sieht die Marktdurchdringung Ihrer Meinung nach inzwischen bei den heimischen Fertigungsunternehmen aus?

Aus unserer Sicht gibt es hier kein einheitliches Bild, sondern nur eine Tendenz dahingehend, dass die Nutzung eines MES für immer mehr Unternehmen jeder Größe und Branche an Bedeutung gewinnt. Man kann nicht sagen, alle Großunternehmen hätten heute ein MES und die Kleinen nicht; das ist eher durchmischt. Es ist jedenfalls noch sehr viel Potenzial im Markt zu heben.

Welche Faktoren erschweren die Einführung eines MES in mittelständischen Betrieben? Was müssen hier die Unternehmen besonders beachten?

Vielen Betrieben fehlen erfahrene Mitarbeiter. Sie unterschätzen den notwendigen internen Zeitaufwand, oft soll das Projekt neben den alltäglichen Aufgaben miterledigt werden. Häufig werden die Mitarbeiter aber auch nicht „mitgenommen“ und es fehlt ein Kümmerer, der die Nutzer solange schult, bis sie das MES konsequent und „richtig“ im Alltag nutzen können.

Der Trend geht hin zu Manufacturing-Plattformen. In diese lassen sich beispielsweise auch IoT-Anwendungen implementieren. Was halten Sie davon und wie sieht die Strategie Ihres Unternehmens für diesen Bereich aus?

Manufacturing-Plattformen (MP) sind ein spannendes Thema. Schon in den 1980er bis 90er Jahren gab es Projekte wie CIMOSA, die die Schaffung einer Integrationsplattform zum Ziel hatten. Diese Ansätze sind letztlich gescheitert, weil der erzielte Nutzen für ihre Implementierung nicht im angemessenen Verhältnis zum hohen Aufwand stand. Es gab viele eigenständige Systeme in der Produktion, zum Beispiel BDE, MDE, DNC, CAQ und Leitstand. Was fehlte, waren geeignete Schnittstellen für deren Integration. Aus dieser Situation heraus ist das MES entstanden: als ein System, das all diese Funktionen in sich vereint.

Vor diesem Hintergrund ist eine MP nur dann sinnvoll, wenn sie mehr als eine Datenplattform ist, also auch funktional mindestens den Nutzen eines MES bietet. Sie ist sonst für die Anwender in der Produktion unbrauchbar. Das MES muss sich also zur offenen Datenplattform für die Produktion entwickeln. Das jedenfalls ist unser Ansatz.

Hier gelangen Sie zum abgedruckten Interview.

About Susanna Hinrichsen-Deicke

Susanna Hinrichsen-Deicke, FASTEC GmbH, absolvierte ihren Master of Arts im Bereich Marketing und Public Relations an der Southampton Solent University in England. Zurück in ihrer Heimatstadt Paderborn ist sie nun in der Marketing- und PR-Abteilung des MES-Systemherstellers FASTEC tätig.

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