Besonderheiten

  • Unterstützung mehrfach fallender Werkzeuge
  • Rundtellerbearbeitung mit mehreren Aufträgen bei unterschiedlichen Taktzeiten und Losgrößen
  • Coilverwaltung mehr
  • Automatische Auftragsanmeldung bei Werkzeugmaschinen mit Palettenwechsler mit Hilfe RFID-codierter Paletten mehr
  • Zuordnung und Begründung von Leistungsverlusten bei Losgröße 1 durch Aufteilung der angefallenen Verlustzeit
  • Zusammenfassung von Aufträgen zu Überaufträgen z.B. an Formanlagen mehr
  • Monitoring des Auftragsvorrats der Formanlagen am Ofen
  • Parallel durchgeführte Aufträge unterschiedlicher Losgrößen und Vorgabezeiten auf einer Maschine

Werfen Sie einen Blick auf unser System in der Praxis: FASTEC 4 PRO bei der Eisengießerei Baumgarte.

Coil-Verwaltung mit Freigabe/Sperrfunktion

Coils fließen oft als Rohmaterial in verschiedene Aufträge ein. Dabei kann es vorkommen, dass Materialfehler erst im Produktionsprozess beim Abrollen erkannt werden. Das macht es erforderlich, schon verbrauchtes Coil-Material noch nach dem Prozess zu sperren. Deshalb ist ein gesichertes Verfahren zur QS unabdingbar.

Die Coil-Verwaltung enthält dafür ein Feld Freigabe. Nach dem Scannen/Hinzufügen eines neuen Coils erhält dies automatisch den Wert „Qualitätskontrolle“. In diesem Status wird sein Bestand noch nicht an ein ERP-System übertragen. Ein Mitarbeiter kann nun, ggf. abgesichert durch eine entsprechende Berechtigung von einem beliebigen Client aus (z.B. direkt in der QS-Abteilung), den Wert auf „freigegeben“ ändern. Bei versehentlicher Falscheingabe kann die Buchung auch wieder zurückgesetzt werden. Es besteht zudem die Möglichkeit, einem Coil den Wert „gesperrt“ zu geben. Dies ist auch noch möglich, wenn das Coil schon angefangen wurde. Erforderlich ist diese Funktion, wenn Materialprobleme z.B. erst später (z.B. in der 2. Hälfte des Coils) erkannt werden. Solche Coil können dann wieder von der QS „freigegeben“ oder gelöscht (verschrottet) werden.

Automatische Auftragsanmeldung bei Palettenwechseln

Die hier betrachteten NC-Maschinen sind mit Palettenwechslern ausgerüstet. Eine Anzahl von Paletten wird dabei vor der Bearbeitung mit (unterschiedlichen) Werkstücken beladen, sodass in der Maschine dementsprechend nacheinander (auch unterschiedliche) Artikel bearbeitet werden.

Da der Palettenwechsel nach dem Bearbeitungsende in der Maschine automatisch erfolgt, kann eine Auftragsanmeldung nicht sinnvoll durch den Werker, sondern nur automatisch erfolgen. Dafür muss der Werker vorab eine Zuordnung von Aufträgen zu den Paletten vornehmen.

Für jede Bearbeitungsmaschine sind jeweils maximal 15 Paletten im Einsatz, die von der Maschinensteuerung beim Einwechseln automatisch identifiziert werden. Auf dieser Basis wird über die Koppel-SPS der Maschine ein 4 Bit-codiertes Signal an FASTEC 4 PRO übergeben. Ein Code-Wechsel bei diesem Signal bedeutet, dass die Palette gewechselt wurde und somit ein neuer Auftrag=neuer Artikel anzumelden ist.

Damit in FASTEC 4 PRO einem übergebenen Code ein Auftrag zugeordnet werden kann, muss vom Werker vorab jedem Auftrag eine eindeutige Palettennummer zugeordnet werden. Dies erfolgt über eine Auftragsselektionsmaske. In dieser Maske sind alle für die Bearbeitung an der spezifischen Maschine freigegebenen Aufträge gelistet. Der Werker kann nun bis zu 15 Aufträge der Reihe nach auswählen und ihnen jeweils eine eindeutige Palettennummer zuweisen.

Das Vorgehen ist folgendermaßen: der Werker selektiert jeweils einen Auftrag in dieser Liste. Durch Doppelklicken auf diesen selektierten Auftrag öffnet sich eine 4×4 Matrix mit den Zahlen 1-15 (ein Feld bleibt leer). Diese 15 Felder repräsentieren die 15 zur Verfügung stehenden Paletten. Schon belegte Paletten sind markiert. Durch Auswahl (Klicken) eines noch nicht belegten Feldes erfolgt die Zuordnung des Auftrags zu der entsprechenden Palette. Eine Bestätigungsmaske fragt zusätzlich ab, ob diesem Auftrag diese Palette zugeordnet werden soll. Durch Bestätigen erfolgt die endgültige Zuordnung. Bei Abbruch kann erneut eine freie Palette ausgewählt werden. Ein weiterer Button (Abbruch-Button) beendet die Funktion. Bei der Bearbeitung einer zugeordneten Palette erfolgt auf dieser Basis die automatische Auftragsanmeldung in FASTEC 4 PRO.

Gießereispezifische Sonderfunktionen

Zusammenfassung von Aufträgen zu Überaufträgen z. B. an Formanlagen

Die Vorgabezeit eines Überauftrages bildet die langsamste Vorgabezeit der Unteraufträge, die Sollmengen ergeben sich aus der Summe der Sollmengen der Unteraufträge. Dieser Überauftrag lässt sich wie ein regulärer Auftrag an- und abmelden.

Monitoring des Auftragsvorrats der Formanlagen am Ofen

Zur energetischen Optimierung des Schmelzprozesses ist es wichtig, den Status der zu beschickenden Formanlagen und den Auftragsvorrat der Formanlagen am Ofen zu kennen. Diese Infos liefert der Ofen-View auf einem Großbild-Monitor. In der Schmelzöfen-Ansicht sind Auftragsnummer, Artikel, Kunde, Temperaturen, Werkstoffe, Gewicht und Formanlagenstörung bzw. Stillstand auf einen Blick ersichtlich. Die Mitarbeiter können dadurch entsprechende Rüstvorbereitungen treffen, das Einsatzmaterial verwiegen und bereitstellen. Wird die Reihenfolge der Aufträge geändert wird in der Schmelzöfen-Ansicht die Sortierung unmittelbar und automatisch entsprechend angepasst.

Tauchen dabei unvorhergesehene Lücken im kommenden Produktionsablauf auf, kann unmittelbar ein energiereduzierender Eingriff vorgenommen werden.

Maschinen mit parallel durchgeführten Aufträgen unterschiedlicher Losgrößen und Vorgabezeiten

Kernschießmaschinen, wie z.B. BICOR-Maschinen können gleichzeitig drei Aufträge verarbeiten, da diese über drei unterschiedlichen Kernkästen (Aufnahmestationen) verfügen, die im Kreis durch die Maschine laufen. Daher ist es zwingend notwendig, dass immer drei unterschiedliche Aufträge bearbeitet werden. Die Auftragsgrößen müssen nicht gleich sein, da ein Auftragswechsel auch lediglich für eine Station vorgenommen werden kann. Die minimale Durchlaufzeit der Maschinen setzt sich aus der Summe der Bearbeitungszeiten der einzelnen Aufnahmestationen zusammen, wobei oft die drei zu bearbeitende Artikel verschiedene Vorgabezeiten besitzen. Mehr hierzu lesen Sie im Referenzbericht Baumgarte.

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